Trotz alledem 2007

Projektbeschreibung:

Es ist wenig bekannt, dass gerade in der Zeit, in der sich das Bild der Rheinromantik festigte, sich in dieser Randprovinz Preußens eine revolutionäre Keimzelle entwickelte. Fern von den allgegenwärtigen Polizeikontrollen konnte in St Goar Ferdinand Freiligrath Gleichgesinnte um sich scharen. Zum Zentrum des revolutionären Gedankenaustauschs wurde das Gasthaus zum Goldenen Pfropfenzieher in Oberwesel. August Heinrich Hoffmann von Fallersleben berichtet über einen Besuch im Pfropfenzieher: „Geibel, den ich auch traf, blieb lange sehr ernst und zurückhaltend. Freiligrath schlug einen Spaziergang nach Oberwesel vor, Geibel betheiligte sich. In Oberwesel kehrten wir ein beim Wirth zum Pfropfenzieher. Wir aßen zu Nacht, tranken einen guten Wein und waren recht heiter. Ich sang viel, erzählte viele lustige Geschichten und suchte Alles zu vermeiden, was unangenehm hätte berühren können. Als ich anstimmte: "Deutschland, Deutschland über Alles!` sagte Geibel: "Auf diesem Gebiet sind wir Eins!" Um Mitternacht gingen wir heim, heiter und friedlich wie der schöne Sternenhimmel; über dem Loreleifelsen ging der Mond auf.“ (Hoffmann von Fallersleben)

Im Pfropfenzieher „wurden die neuesten Gedichte vorgelesen, und mitunter gab es zwischen Freiligrath, Geibel und Levin Schücking harte Kämpfe über alle möglichen Hamletfragen, über Gott und Welt, Geist und Materie, und die letzten Gründe alles Seins. Mitunter stritten sich auch die Freunde um des Kaisers Bart, wie jene guten Gesellen in Geibels gleichnamigem Gedicht, das im >Goldenen Pfropfenzieher< entstanden ist und einen solchen Wortwechsel beim Symposium in launiger Weise schildert. Aber der Geist des Weins vermochte zwar die Köpfe zu erhitzen, jedoch die Herzen nicht einander zu entfremden.“ (Schwering) Ausgehend von diesen Begegnungen im Pfropfenzieher entsteht eine literarische Collage, die realistische und fiktionale Szenen miteinander verbindet. Szenische Darstellungen, Rezitationen und Lieder führen ein in die politische Stimmung des Vormärz, weisen aber auch hin auf die Quellen und schlagen, entsprechend dem gewählten Motto, einen Bogen auf die Ereignisse von 1989. Rückblenden in die Reformationszeit (Zincgref) und Vorgriff auf das 20. Jahrhundert unterstreichen die Bedeutung dieser Zeit für die freiheitlich, demokratische Entwicklung.

Die Idee zu dieses Projekt reifte schon seit einigen Jahren im Kopf vom ehemaligen Vorsitzenden und Freiligrathkenner Jürgen Helbach. Auch wenn sich der ursprüngliche Gedanke lediglich im letzen Akt wiederspiegelte, verdanken wir "trotz alledem" die erfolgreiche Umsetzung dem Engagement Hotte Schneiders, der diesem Projekt seine eigne Note gab.

Pressestimmen
Rheinzeitung Dupuls
Impressionen

Konspiratives Vortreffen (Hotte Schneider, Ines Linden, Carsten Braun, Jürgen Thelen) 

In Aktion ..





"Der Moorenfürst" (Augusto Reis und Josefine Walther)

"Der Fabrikant" (Hermann-Josef Maibach, Jule Prochnow, Roland Unger?)

Performance auch im Publikum

Stelldichein im "Goldenen Propfenzieher"







Großes Finale

 
Material 

Zum Nachlesen:
Der Mohrenfürst
Die Linde bei Hirzenach
O Lieb solang Du lieben kannst
Ruhe in der Geliebten
Schwarz rot gold
Von unten auf

Flyer Plakat